Bildungsaufbruch in Baden-Württemberg

Veröffentlicht am 29.09.2012 in Landespolitik

Saskia Esken beim Landesparteitag am 29.09.2012 in Wiesloch
  • "Demografische Rendite" soll Unwort des Jahres werden

Beim Landesparteitag der SPD in Wiesloch am 29.9. waren sich der Landesvorstand, die Arbeitsgemeinschaft für Bildung und die fast einstimmige Mehrheit der Delegierten darüber einig, dass sich die Bilanz der grün-roten Bildungspolitik mit der Einführung der Gemeinschaftsschule, der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung, dem Ausbau der Sprachförderung und dem Wiedereinstieg in die Landesfinanzierung der Schulsozialarbeit sowie der Abschaffung der Studiengebühren durchaus sehen lassen kann. In dem gemeinsamen Antrag wird aber auch deutlich gemacht, dass es keinen automatischen Zusammenhang geben darf zwischen zurückgehenden Schülerzahlen und dem Abbau von Lehrerstellen. Es wird stattdessen verlangt, dass bei der Aufstellung des Landeshaushalts die Erfordernisse für die Umsetzung unserer bildungsspezifischen Ziele geprüft werden müssen.

Dabei wurde in mehreren Wortbeiträgen darauf hingewiesen, wie schwierig der Umgang mit dem Begriff der demografischen Rendite in diesem Zusammenhang empfunden wird. Saskia Esken, die Kreisvorsitzende der SPD im Kreis Calw und stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirats, kündigte ebenso wie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung, der SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Kleinböck, an, die "Demografische Rendite" bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache als Unwort des Jahres vorzuschlagen. Der demografische Wandel und der damit einhergehende Rückgang der Schülerzahlen, so Esken, dürfe nicht als Chance zur Konsolidierung des Landeshaushalts begriffen und kommuniziert werden, sondern als Chance zur Finanzierung des Bildungsaufbruchs hin zu einem besseren und gerechteren Bildungssystem in Baden-Württemberg. Es sei aber durchaus vorstellbar, dass sich durch eine moderne, effiziente und transparente Steuerung der Schulverwaltung und Unterrichtsversorgung Potenziale für eine Effizienzrendite ergeben könnten, die zur Konsolidierung des Landeshaushalts einen namhaften Beitrag leisten können.

 

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