Presseartikel: Tourismus-Studiengang könnte doch noch Wirklichkeit werden

Veröffentlicht am 03.07.2008 in Presseecho

BAD WILDBAD. Ein Studiengang „Tourismus und Gesundheit“ in Bad Wildbad – daraus könnte wider Erwarten im April 2009 Wirklichkeit werden. Die Internationale Hochschule Calw würde ihr Angebot gerne erweitern.

Ein Konzept gibt es bereits. Dieses stellte Professor Hannes Jahn, Prorektor der Internationalen Hochschule (IH), dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung vor – und bekam ein positives Echo.

Im Gegensatz zu anderen privaten Hochschulen wie denen in Nürtingen oder Heilbronn, wo ein Grundstudium zum Bachelor of Arts (B.A.) angeboten wird, sollte nach Auffassung der IH-Verantwortlichen der Studiengang in Bad Wildbad zum Abschluss Master of Arts (M.A.) führen. Primär würden damit Tourismusschaffende angesprochen, die schon einen Beruf ausüben und auf diesem Weg eine höhere Qualifikation anstreben. „Da geht es dann um leitende und Führungspositionen“, sagte Jahn. Inhaltlich soll sich der Studiengang in die Bereiche BWL, VWL und Tourismus gliedern.

15 Studenten

Wie bei den anderen beiden Studiengängen der IH auch, werden die Studenten laut Plan über einen Zeitraum von zwei Jahren an den Wochenenden unterrichtet. Mit 15 Studenten könnte es losgehen, so Jahn. Diese würden jeweils 20 Wochenenden in Bad Wildbad verbringen. Die Studiengebühren würden sich insgesamt auf 15 000 Euro pro Student belaufen. „Ab zehn Studierenden rechnet sich der Studiengang“, sagte Jahn. Mit 15 könne man diesen bereits komfortabel finanzieren. Natürlich könnten auch mehr Studenten aufgenommen werden, so Jahn. Sogar ein zweiter Jahrgang wäre möglich. Der Prorektor empfahl, den Studiengang möglichst international zu vermarkten und sich nicht auf die Landesgrenzen zu beschränken. Finanziell scheint der Studiengang darstellbar. „Die Verwaltung ist bezahlt“, sagte Jahn. Räume, Personal und EDV hält die Internationale Hochschule bereits vor. Blieben noch die Kosten für Dozenten, die institutionelle Akkreditierung durch den Ministerrat, Lehrmaterialien und Öffentlichkeitsarbeit. Insgesamt bezifferte Jahn den finanziellen Aufwand mit 125 000 Euro, wovon laut Plan die Stadt Bad Wildbad ein Drittel zu tragen hätte, ein weiteres Drittel über Sponsoren finanziert werden könnte und das übrige Drittel von der Hochschule geschultert würde.

Im Programm

Mit dem Umzug der Internationalen Hochschule nach Bad Wildbad zu Beginn des Jahres und mit der Bereitschaft, den Studiengang in ihr Programm aufzunehmen, habe sich die Situation komplett geändert, erläuterte Bürgermeister Klaus Mack mit Blick auf die bisher düsteren Aussichten in Sachen Tourismus-Studiengang. Der SPD-Fraktion um Bruno Knöller, die das Thema am Kochen gehalten hatte, kann’s egal sein. „Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir mit Pforzheim oder mit Calw kooperieren“, so Knöller, Hauptsache, es gehe voran. „Wir sind spät dran, aber nicht zu spät.“ Der SPD-Fraktionschef sprach sich für einen behutsamen Anfang aus. Mit 15 Studenten zu starten, sei völlig in Ordnung. Detlev Weingärtner (UBKL) erinnerte an die Tage, als Bad Wildbad noch „Mekka des Tourismus“ werden wollte. Den Studiengang „Touristik und Gesundheit“ bezeichnete er als Innovation, die eine Bereicherung für Bad Wildbad zu werden verspreche. „Das passt wie der Deckel auf den Topf.“ Jürgen Schrumpf (SPD) sah dies ebenso: „Das wäre ein enormer Imagegewinn für unsere Stadt.“ Der Gemeinderat begrüßte die Initiative der Hochschule, einen Master-Studiengang „Tourismus und Gesundheit“ zu verfolgen, nahezu einhellig. Die Verwaltung wird sich nun auf die Suche nach Sponsoren begeben, währenddessen im Verwaltungsausschuss die Frage der Finanzierung erörtert werden soll. Bei zeitnaher Klärung aller offenen Fragen könnte es im April kommenden Jahres zum Sommersemester 2009 losgehen.

Presseartikel aus der Onlineausgabe der Pforzheimer Zeitung vom 03. Juli 2008

 

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