Saskia Esken neue Vorsitzende des Calwer SPD-Kreisverbands

Veröffentlicht am 01.03.2010 in Aus dem Parteileben

Bei bei der Kreisdelegiertenkonferenz des SPD-Kreisverbands Calw am 27. Februar 2010 in Bad Teinach, wurde die Bad Liebenzellerin Saskia Esken als neue Kreisvorsitzende gewählt. Der Bad Wildbader Juso Sebastian Tattenberg sowie der kommissarische Calwer Ortsvereinsvorsitzende Renato Fontes verstärken den Kreisvorstand künftig gemeinsam mit Christa Templ und Andreas Reichstein als stellvertretende Kreisvorsitzende.

Der bisherige Kreisvorsitzende Richard Dipper, den die Delegierten mit stehenden Ovationen verabschiedeten, macht als Kassier im Kreisvorstand weiter. Als neue Schriftführerin wählten die Delegierten Ulrike Müller aus Bad Wildbad. Referent für politische Bildung ist nun Andreas Röhm aus Nagold, neue Beisitzer sind der Juso Stefan Baudach aus Althengstett, Abdülselam (Abi) Dal aus Nagold und Rolf Kellenberger aus Bad Herrenalb. Damit ist der Kreisvorstand im Kreisverband Calw wieder komplett besetzt.

Saskia Esken, die im vergangenen Jahr für die SPD im Wahlkreis Calw/Freudenstadt für den Bundestag kandidiert hatte und im Bad Liebenzeller Gemeinderat, im Calwer Kreistag und in der Regionalversammlung kommunalpolitisch tätig ist, wurde mit 38 von 40 Delegiertenstimmen als Nachfolgerin Richard Dippers gewählt. Dieser hat sein Amt nach vier Jahren an der Spitze der Kreis-SPD aus persönlichen und beruflichen Gründen niedergelegt.

Esken, die seit 2008 als Referentin für politische Bildung im Vorstand des Kreisverbandes tätig war und Anfang 2009 auch die Funktion der stellvertretenden Kreisvorsitzenden übernahm, sieht für die SPD im Landkreis Calw keinen Anlass zur Rundumerneuerung. „In den vergangenen Jahren hat dieser Kreisvorstand in hohem Maße im Team zusammengearbeitet und den erfolgreichen Weg, den Richard als Kreisvorsitzender vorgegeben hat, gemeinsam gestaltet und beschritten“, so Esken. Richard Dipper habe in seiner Amtszeit die richtigen Weichen gestellt, diese gute Arbeit wolle sie nun fortsetzen. Allerdings – im Rückgriff auf den Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel - auch mit dem Versprechen, die Basis einzubinden: „Da kommt Arbeit auf Euch zu!“

Zuvor hatten die SPD-Delegierten ihren „Übergangs-Vorsitzenden“ (Dipper) mit stehenden Ovationen verabschiedet und ihm in Anspielung auf seinen Beruf als Mathematikprofessor an der Universität Stuttgart sowie auf seine seither immer wieder kommissarisch übernommene Tätigkeit als Kreiskassier mit einer russischen Rechenmaschine, einem sogenannten Abacus, für seine gute Arbeit gedankt. „Für den Fall, dass auch Du einmal mit Deinem Latein am Ende sein solltest: Ein Abacus ist in allen Lebenslagen einsetzbar, in stromlosen wie in der waagrechten.“ Und für denn Fall, dass alles nichts mehr hilft, gab es es obendrein noch einen guten Tropfen für genussvolle Stunden.

Dipper, der nach dem Rücktritt von Sigismund Brinkert 2006 den Vorsitz übernommen hatte, war nach eigener Aussage bereits damals angetreten, um die Partei übergangsweise zu führen. Allerdings auch mit klaren Zielen, wie er in seinem letzten Bericht als Kreisvorsitzender betonte: „Es war mir wichtig, die SPD im Kreis zu stärken und wieder sichtbar zu machen, die Zusammenarbeit zwischen Kreisverband und Kreistagsfraktion zu verbessern und die Ortsvereine wieder stärker in die Kreisverbandsarbeit einzubinden.“

Dipper betonte auch, wie wertvoll es sei, dass man im Kreis seit 2006 nach langer Zeit wieder einen Landtagsabgeordneten stellt. Mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, dem früheren OB der Stadt Nagold und Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Rainer Prewo habe man bei regelmäßigen Gesprächen im persönlichen Rahmen gemeinsame Ziele erarbeitet und sei deren Umsetzung dann auch gemeinsam angegangen.

Dabei, davon ist Dipper überzeugt, sei es durch das gemeinsame Ziehen an einem Strang auch gelungen, klare Marken zu setzen und die Positionen der SPD öffentlich darzustellen. Dipper dankte Prewo für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit. Dank sagte er auch allen anderen Akteuren im Kreisverband und den Ortsvereinen für das gute Miteinander, das er erfahren durfte.

Richard Dipper geht dem Kreisvorstand übrigens nach dem Rücktritt vom Spitzenamt nicht verloren: Künftig wird er das Amt des Kreiskassiers bekleiden, nachdem Abdülselam Dal dieses Amt aus beruflichen Gründen nicht mehr ausüben kann.

Der stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende Sebastian Tattenberg vom Ortsverein Oberes Enztal sowie der kommissarische Calwer Ortsvereinsvorsitzende Renato Fontes bilden nach ihrer Wahl gemeinsam mit Christa Templ und Andreas Reichstein nun die Stellvertreterriege Saskia Eskens.

Sabine Seeger-Hezel Als neue Schriftführerin in Nachfolge von Sabine Seeger-Hezel, die das Amt nach sechs Jahren abgab, wurde Ulrike Müller gewählt, die bereits seit 15 Jahren Schriftführerin im Ortsverein Oberes Enztal ist. Die Position des politischen Referenten hat Andreas Röhm vom Ortsverein Nagold übernommen. Stefan Baudach (Ortsverein Althengstett), Rolf Kellenberger (Ortsverein Bad Herrenalb) und Abdülselam Dal (Ortsverein Nagold) wurden ergänzend zu Ursula Utters, Tobias Weissenmayer, Helmut Lülf, Helmut Andrä und Werner Müller als Beisitzer in den Vorstand berufen.

Zur künftigen Arbeit der SPD im Kreis Calw gab die neue Vorsitzende Saskia Esken am Ende der Delegiertenkonferenz diesen Ausblick: „Wir haben uns seit dem Schock der verheerenden Bundestagswahl längst wieder gefangen und sind für unsere künftige Arbeit gut aufgestellt. In die Planungen dieser Arbeit haben wir die Mitglieder in den Ortsverein bereits nach Kräften eingebunden und wollen das auch fortsetzen.

Wenn im März der Parteivorstand eine Befragung der Ortsvereine durchführt, dann sind wir darauf gut vorbereitet. Wichtig ist es jetzt, dass wir über unsere Mitglieder hinaus auch die Öffentlichkeit, die Mitbürgerinnen und Mitbürger und die gesellschaftlichen Kräfte in unsere Arbeit einbeziehen und sie mit ihrer Meinung und ihrer Lebenswirklichkeit beteiligen. Dadurch wollen wir die Präsenz der SPD in der öffentlichen Wahrnehmung wieder erhöhen, wir wollen, um mit Siegmar Gabriels Worten zu sprechen, Nervenenden in die Gesellschaft entwickeln und wollen uns mit Institutionen wie Gewerkschaften und Kirchen, Verbänden und Vereinen vernetzen.

In einer Veranstaltungsreihe mit Werkstattcharakter und unter dem gemeinsamen Motto „Wie wollen wir leben?“ wollen wir die wichtigen Zukunftsthemen angehen und sie dabei erlebbar machen, sie in die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger hereinholen. Das ist für uns der richtige Weg für eine lebensnahe und praxistaugliche Politik, der richtige Weg zurück in die Gesellschaft und natürlich auch der richtige Weg für einen erfolgreichen Landtagswahlkampf für 2011.“

 

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