04.12.2019 in Ortsverein

Termine

 

Alle Termine der Fraktion und des Gemeinderates für das 1 Halbjahr 2020 sind neu eingestellt!

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22.10.2019 in Ortsverein

Nachruf auf Erhard Eppler

 

Persönlicher etwas längerer Nachruf auf Eppler

Mit einem freundlichen Lächeln und einer kurzen, angedeuteten Umarmung empfängt mich Erhard Eppler am Gartentor vor seinem schmucken kleinen Häuschen am Waldesrand  in Schwäbisch Hall. Und  aufrecht  — das Wort darf durchaus in doppeltem Sinne verstanden werden. April 2017: Ein kleines Wunder, dass der politische Quer-, Vor- und Nachdenker wieder auf den Beinen steht. In dem langen, zweieinhalbstündigen Gespräch bei von seiner Ehefrau selbstgebackenem Kuchen, Kaffee und Tee verrät mir der Mann, der mir schon in meiner Jugend zum politischen Vorbild geworden ist: „Vor einigen Wochen lag ich noch kurze Zeit bewusstlos im Krankenhaus.“ Und kurz zuvor musste er wegen einer schrecklichen Migräne einen Auftritt im evangelischen Gemeindehaus Calmbach  zum Reformationsjahr absagen, zu dem ich ihn schlechten Gewissens überredet hatte.
Der  damals 90-Jährige darf einfach nicht sterben. Denke ich damals, sage es aber nicht. Wer kann die messerscharfe Analytik,  die Visionen, die  fast prophetische Sicht der Dinge, die  Zivilcourage und die geschliffene Formulierungskunst des überzeugten Christen und engagierten Umwelt- und Friedenspolitikers jemals ersetzen ?
„Schon in den 70er-Jahren hast Du bei Vorträgen in Calmbach, in Gaststätten wie dem Goldenen Anker, dem Birkenhof und Waldhorn einen Satz gesagt, den ich nie vergessen werde“, überrasche ich ihn  für einen kurzen Moment und zitiere: „Die ungeklärte Frage der Entsorgung von Brennstäben bei Atomkraftwerken ist etwa so, wenn ich einen Piloten nach Afrika schicken würde mit dem Hinweis: Da ist gerade ein Flughafen im Bau und wenn Du Glück hast, kannst Du landen.“ Eppler lächelt und widerspricht kurz: „Das muss aber schon in den 60ern gewesen sein.“ Stimmt. Der Mann vergisst nichts. Schließlich saß der in Ulm geborene, in Schwäbisch Hall aufgewachsene und jahrelang in Dornstetten/Kreis Freudenstadt als Gymnasiallehrer wirkende Sozialdemokrat zwischen 1961 und  1969 für  den Bundestagswahlkreis Calw/Freudenstadt  im Bonner Parlament und nicht in den 70ern. Und ich erinnere ihn daran,  als er 1981 vorne am Mikrofon stand und ich einer von 300 000 Protestierenden war, die sich im Bonner Hofgarten gegen Helmut Schmidts Raketenpolitik empörten.
In Kontakt komme ich mit dem Doktor der Philologie   aber schon als 14-Jähriger. Mein ebenfalls in diesem Jahr als 94-Jähriger verstorbener  Deutschlehrer und Rektor Walter Siebert — ein großer Menschenfreund wie Eppler — lädt den schon 1965 prominenten Politiker zu einer dreiteiligen Vortragsreihe der Volkshochschule über Bismarck nach Calmbach ein. Was interessiert mich Bismarck? Aber mich interessiert Eppler. Und so folge  nur ich als einziger Schüler dieser Einladung. Beim zweiten Vortragsabend  fehle ich. Am nächsten Tag sagt mein Lehrer vor versammelter Klasse: „Erhard Eppler hat gestern gefragt, wo der aufmüpfige, muntere Schüler ist, der beim letzten Mal sich so eifrig eingemischt  hat.“ Eppler mag  die Diskussion mit der rebellierenden Jugend.  Also bin ich beim abschließenden dritten Abend wieder zur Stelle.
Doch wen löchere  ich jetzt ? Wer beantwortet mir nach seinem Tod  die drängenden, ungelösten  Zukunftsfragen ? Mit 92 Jahren ist die Persönlichkeit gestorben, die für mich unsterblich schien — und irgendwie auch bleibt — und in einer Reihe steht mit Humanisten wie Willy Brandt, Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und Heiner Geißler.  

Bruno Knöller, "Aus der Pforzheimer Zeitung."
 

 

13.09.2019 in Ortsverein

SPD ehrt Bernd Muth

 
Bernd Muth & Jürgen Schrumpf

SPD würdigt Bernd Muths Arbeit

 

BAD WILDBAD.

Die erste Fraktionssitzung nach der Sommerpause nutzte die Bad Wildbader SPD-Gemeinderatsfraktion, um sich bei Bernd Muth für dessen Arbeit im Gemeinderat zu bedanken. „Nach dem Ausscheiden unserer unvergessenen Gerda Noack aus dem Gemeinderat hast Du Dich in erstaunlich kurzer Zeit hervorragend eingearbeitet“, würdigte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jürgen Schrumpf den seitherigen Fraktionskollegen, der bedauerlicherweise und knapp den erneuten Einzug ins Kommunalparlament verfehlte.

 

Schrumpf sagte auch im Namen des im Urlaub befindlichen Fraktionsvorsitzenden Bruno Knöller: „Besonders angetan waren und sind wir von Deiner Kompetenz, Sachlichkeit, Kritikfähigkeit und Solidarität.“ Als Dank für die kurze, aber intensive Zusammenarbeit übergab  Schrumpf  einen Geschenkkorb.

 

Schrumpf und seine Fraktionskollegen Dieter Gischer, Ursula Jahn-Zöhrens, Bruno Knöller, Lena Knöller und Hans-Henning Saß freuen sich darüber, dass Bernd Muth auch weiterhin die SPD-Riege im Gemeinderat berät. Sie sprachen die Hoffnung aus, dass er in fünf Jahren erneut kandidiert und dann den Wiedereinzug in den Gemeinderat schafft.

 

Bruno Knöller meldete sich aus dem Urlaub und fügte den Worten Jürgen Schrumpfs hinzu: „Ich habe in 35 Gemeinderatsjahren schon viele Ratsmitglieder erlebt, aber noch nie jemanden, der mit dem für ihn bedauerlichen Ergebnis so gut  umgegangen ist und  nach der Wahl, trotz des Ausscheidens, sogar in die SPD eintrat. Schon als Bernd mein Vorsitzender im heute leider nicht mehr existenten Skatclub Karo 8 Bad Wildbad war, habe ich ihn nicht nur wegen seines exzellenten Könnens, sondern auch wegen seiner Fairness bewundert.“ pm

 

 

15.08.2019 in Ortsverein

Klare Ablehnung eines Hubschrauber-Landeplatzes

 

Stellungnahme der SPD-Fraktion:

 

BAD WILDBAD.

Überrascht und verwundert haben die Mitglieder der SPD-Gemeinderatsfraktion in der Presse von der Idee eines Bad Wildbader Geschäftsmannes erfahren, der zusammen mit Bürgermeister Klaus Mack und dem ersten Stellvertreter Jochen Borg offensichtlich Überlegungen anstellt, in Bad Wildbad einen Hubschrauber-Landeplatz zu suchen und zu errichten. „Dies lehnen wir entschieden ab“, sagen die SPD-Stadträte Dieter Gischer, Bruno Knöller, Lena Knöller, Ursula Jahn-Zöhrens, Hans-Henning Saß und Jürgen Schrumpf.

 

Sie sehen sich dazu veranlasst, mit dieser Presseerklärung in die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem dies Mack und Borg öffentlich thematisiert haben und der Gemeinderat davon bisher keine Kenntnis hatte  „und mit diesen Gedanken sich hoffentlich auch nicht befassen muss.“

 

"Anzumerken ist an dieser Stelle noch, dass selbst die Gemeinde Baiersbronn – die schwerpunktmäßig auf gut betuchte Touristen setzt – keinen Helikopter - Landeplatz vorhält."

 

Für die sechs Ratsmitglieder der Sozialdemokraten würde dies allen bisherigen Aktivitäten und Zielen der Stadt zuwider laufen. „Wir sind ein Heilbad, eine Kurstadt und eine Kommune im Naturpark Nordschwarzwald, am Rande zum Nationalpark, in dem die Bürger dieser Stadt sich nach Erholung, Ruhe und Frische  und gewiss nicht nach Fluglärm und kerosingeschwängerter Luft sehnen.

 

Der Baumwipfelpfad, die Wildline und unsere landschaftlichen Gegebenheiten machen ein ungestörtes Erlebnis in der Natur bisher möglich. Das muss auch so bleiben.“

 

Erschwerend hinzukomme, dass der Flugverkehr aufgrund der Umweltbelastung immer mehr in die öffentliche Kritik gerade. In einer Stunde komme man mit dem Auto oder noch besser mit dem Zug von Stuttgart nach Bad Wildbad. Von Karlsruhe, Baden-Baden oder Böblingen aus, sei die Zeitspanne noch viel kürzer. „Wenn aber tatsächlich einmal der unwahrscheinliche, aber durchaus wünschenswerte Fall eintreten sollte, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Schauspieler Brad Pitt oder gar  Papst Franziskus per Hubschrauber nach Wildbad kommen wollten, sind wir sehr für eine Ausnahmegenehmigung, so wie es jetzt für diesen Probeflug eine Ausnahmegenehmigung gab.“

 

In ärztlichen Notfällen seien schon bisher Hubschrauber auf den Sportplätzen oder anderswo in der Stadt gelandet, „daran wird sich auch nichts ändern.“

 

Die SPD-Stadträte erwarten stattdessen, dass sich die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dafür einsetzt, dass die Tiefflüge über Bad Wildbad eingestellt werden, wie es nach Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Mauer einige Zeit lang gehandhabt wurde. Kurz davor, am 7. September 1988, stürzte eine britische Militärmaschine unweit des Calmbacher Sportplatzes ab, wo gerade die Bundesjugendspiele stattfanden und eine noch größere Katastrophe gottlob ausblieb. Ein Pilot starb dabei. In wenigen Tagen, am 10. September, wird das Denkmal, „Schweif des Kometen“ von Michael Zauner im Calmbacher Gewerbegebiet Beermiß, das an dieses Schreckensszenario erinnert, 30 Jahre alt. „Wenn alle Beteiligten in dieser Stadt anlässlich dieses traurigen Jubiläums erreichen, dass aus diesen Fehlern Lehren gezogen werden und sich die neue Verteidigungsministerin für ein Tiefflugverbot über unserer Stadt anstelle für eine enorme Steigerung der Militärausgaben einsetzt, dann haben wir wirklich etwas erreicht“, betonen die SPD-Fraktionsmitglieder.

 

16.07.2019 in Ortsverein

Saskia Esken in Bad Wildbad:

 


Grundrente und Klimaschutz im Fokus

BAD WILDBAD. Nicht zu viel versprochen hatte Versammlungsleiterin Ursula Jahn-Zöhrens, Mitglied des örtlichen SPD-Ortsvereinsvorstands und zweite Bürgermeister-Stellvertreterin, als sie in einer öffentlichen Veranstaltung in Bad Wildbad die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken mit den Worten angekündigt hatte: „Es gibt viel zu sagen.“  Viel zu sagen hatte die Volksvertreterin des Wahlkreises Calw/Freudenstadt in der Tat und sie nahm kein Blatt vor den Mund.
„Unser Debatten-Camp hat zwei Themen aufgemacht: Den Ausstieg aus Hartz IV und den Ausstieg aus der Kohle“, sagte Esken und fügte sogleich hinzu: „Doch das allein reicht nicht.“ Die Parlamentarierin betonte: „Wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff kriegen, hat nicht nur die SPD sondern auch unser Planet keine Zukunft.“ Sie lobte die vielen Schülergruppen, die mit ihr ausführlich Gespräche führen: „Die sagen, was ist.“ Sie bezog eindeutig Position: „Der öffentliche Personennahverkehr muss qualitativ ausgebaut werden und kostenlos für die Benutzer werden.“
Dass Esken keine Ja-Sagerin im Bundestag ist, machte sie auch bei der Abstimmung über das Abschiebegesetz deutlich, als sie eine von nur acht SPD-Abgeordneten war, die dagegen stimmte: „Das bringt einem, auch in der eigenen Partei, nicht nur Freunde ein.“ Für die mutige Abgeordnete steht auch fest: „Der Verfassungsschutz schaut mehr auf linke als auf rechte Netzwerke.“ Als Mitglied des Innenausschusses sieht sie „giftige Pfeile“ aus dem Hause Seehofer fliegen: „Da ist nicht mehr viel Gutes zu erwarten.“
Für diesen Sommer stünden zwei Themen im Fokus der SPD: das Klimaschutzgesetz und die Grundrente. „Da bin ich nicht mehr bereit, schmerzhafte Kompromisse einzugehen“,  redete Esken nicht um den heißen Brei herum. Die eigene Partei ermahnte sie, nicht nur Personal auszutauschen, sondern auch  an Strukturen und Inhalte ranzugehen.
„Das hat mir sehr gefallen, was Sie zur Grundrente gesagt haben, und dass alle darauf Anspruch haben sollen“, mit diesen Worten eröffnete ein Besucher die angeregte Diskussion. Als „untragbar“ wurde die Situation geschildert, dass der Bad Wildbader Polizeiposten nur noch mit 16 statt zuvor 19 Beamten ausgestattet sei. Den Ausflug in die Landespolitik nutzte die SPD-Politikerin zum Vorwurf: „Polizei und Justiz wurden genauso kaputt gespart wie Schulen und die öffentliche Verwaltung.“
Ein anderer Redner lobte Esken: „Gut, dass Sie Nein gesagt haben zur Abschiebepolitik. Die SPD müsste viel öfter Nein sagen. Auch der Klimawandel ist eine Fluchtursache.“
Heftig kritisierte ein Parteimitglied, dass Sozialwohnungen des Staates an private Gesellschaften verkauft wurden. Eine Diskussionsteilnehmerin ärgerte sich darüber, dass selbst in Kantinen des Staates das Essen beispielsweise aus Südamerika und Asien statt von der heimischen Landwirtschaft komme.
Zu wenig gewürdigt werde das „Gute Kita-Gesetz“ bedauerte eine andere Frau, für das sich die SPD besonders stark gemacht habe. Auch das Thema Frieden und Sicherheit wurde angesprochen. Eine Forderung lautete, die „Vereinigten Staaten von Europa“ anzustreben, eine andere, dass sich Deutschland militärisch aus Kriegsgebieten zurückziehe.
Saskia Esken will über alle Probleme sprechen und auch Nichtmitglieder in die Debatte einbeziehen. Deshalb hat sie dazu aufgerufen, sich im Internet an einem regen Meinungsaustausch zu beteiligen. pm




 

 

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